Beiträge mit dem Tag ‘Todesstrafe’

Internationaler Tag gegen die Todesstrafe 10.10.2006

Dienstag, 10.10.2006

Wenn der Rechtsstaat versagt

Am Dienstag den 10. Oktober 2006 protestierte die Bonner Jugendgruppe mit Unterstützung durch die Hochschulgruppe von 15 bis 18 Uhr auf dem Bonner Friedensplatz gegen die Anwendung der Todesstrafe. Schwerpunktthema in diesem Jahr war der Protest gegen die Vollstreckung der Todesstrafe an Minderjährigen im Iran.
Obwohl der Iran Vertragsstaat des internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte ist, das Übereinkommen über die Rechte des Kindes ratifiziert hat und sich somit ausdrücklich verpflichtet, keine Straftäter hinzurichten, die zumZeitpunkt der Tat noch minderjährig sind, wurden seit 1990 mindestens 18 Jugendliche im Iran hingerichtet.
Allein im Jahr 2005 wurden mindestens 8 zum Tatzeitpunkt minderjährige Personen exekutiert – davon zwei, die noch bei der Hinrichtung unter 18 Jahre alt waren.

Der Iraner Shahram Pourmansouri hat gemeinsam mit seiner Familie versucht ein Flugzeug zu entführen, um der Armut und der Hoffnungslosigkeit zu entkommen, der sie als Angehörige der arabischen Minderheit im Iran ausgesetzt waren.
Nun soll er hingerichtet werden, obwohl der zum Zeitpunkt der Tat erst 17 Jahre alt war. Das Todesurteil ist bereits vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden und sein Gnadengesuch wurde abgewiesen.

Mit der Sammlung von Hunderten Unterschriften am 10.10, versuchen wir Druck auf den Iran auszuüben, so dass Shahram Pourmansouris Todesurteil in eine alternative Strafform, z.B. eine Haftstrafe, umgewandelt wird.

Außerdem sammelten wir noch weitere Unterschriften für eine Petition, in der der Iran von amnesty international aufgefordert wird, alle Todesurteile aufzu­heben, die bei Personen verhängt wurden, die eine Straftat vor dem Alter von 18 Jahren begangen hatten. Momentan wurden für diese Petition schon 5500 Unterschriften, gesammelt. Wünschenswert wäre es auf 10000 Unterschriften zu kommen.
Die Petitionslisten werden voraussichtlich Anfang November an den iranischen Botschafter übergeben werden.
Wer auch noch seine Unterschrift abgeben möchte kann unter diesem Link eine Online Petition unterschreiben.Um bei den Menschen in Bonn ein Bewusstsein für den Internationalen Tag gegen die Todesstrafe zu schaffen und um möglichst viele Unterschriften sammeln zu können, wollten wir den Stand eindrucksvoll gestalten.
So haben wir auf dem Friedensplatz einen 3,80 Meter hohen Gagen aufgebaut und eine Schaufenster Puppe daran gehangen, um zu symbolisieren, dass im Iran immer noch Jugendliche gehängt werden. Außerdem hat sich ein Teil der Jugendgruppe auf den Boden gelegt und mit weißen Bettlaken bedeckt, die Leichentücher darstellen sollten.

Viele Leute blieben stehen und mutmaßten darüber, ob unter den Leichentüchern nun echte Menschen liegen oder nicht. So konnten die anderen Gruppenmitglieder die Verwunderung der Leute nutzen und sie über die Bedeutung des 10. 10. aufklären und ihnen die Situation der Jugendlichen im Iran deutlich machen.
Da sich der Internationale Tag gegen die Todesstrafe natürlich auch gegen die Todesstrafe weltweit wendet, haben wir ein 2 Meter großes Plakat entworfen, auf dem einige Namen der bereits im Jahr 2006 Hingerichteten aufgelistet waren. Das Plakat war natürlich zu klein, um alle Namen aufführen zu können, aber es vermittelte einen Eindruck davon, wie viele Menschen jedes Jahr der staatlich verordneten Todesstrafe zum Opfer fallen.

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