Beiträge mit dem Tag ‘südafrika’

Duschen und Vitamine gegen AIDS?

Dienstag, 17.03.2009

Aktion zur südafrikanischen HIV-Politik

Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert jedem Menschen das Recht auf Gesundheit und ärztliche Versorgung – zumindest theoretisch.
In Südafrika sind rund 20% der 15-49jährigen mit HIV infiziert – über fünf Millionen im ganzen Land. Damit hat Südafrika laut den Vereinten Nationen eine der höchsten HIV-Infektionsraten weltweit.
Gerade für Frauen ist das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken, besonders groß55% der HIV-Infizierten in Südafrika sind Frauen und ein Drittel aller Schwangeren in Südafrika leidet an der Immunschwächekrankheit.

Grundsätzlich ist AIDS-Prophylaxe in Südafrika kostenlos, doch gerade in ländlichen Gegenden mangelt es  an Krankenhäusern und Gesundheitszentren. In einem Land wie Südafrika, das mehr als dreimal so groß ist wie Deutschland, schließt dies die Versorgung von vielen Südafrikanern mit Medikamenten aus und kann so oftmals den sicheren Tod bedeuten.

Die beschriebene Situation in Südafrika ist eine, die sich für viele sehr weit weg anfühlen mag.
Doch für Südafrikaner ist sie Realität. Wird eine Frau vergewaltigt ist das schon Alptraum genug. Infiziert sie sich dabei auch noch mit HIV, kann das leicht ihr Todesurteil sein, wenn sie es sich nicht leisten kann zum nächsten Krankenhaus zu fahren.

Zudem propagierten hochrangige südafrikanische Politiker in der Vergangenheit immer wieder abstruse Mittel der AIDS-Bekämpfung.
Jacob Zuma, ehemaliger Vizepräsident und Vorsitzender der Partei „African National Congress“, soll sich nach eigenen Aussagen zu Folge nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer HIV-infizierten Frau geduscht haben, um eine Infektion zu verhindern.
Manto Tshabalala-Msimang, bis 2008 Gesundheitsministerin, gelangte zu dem zweifelhaften Spitznamen „Dr. Rote Beete“, weil sie der Meinung war, der HI-Virus sei mit vitaminhaltiger Ernährung in den Griff zu kriegen.

Mit einem Stand und rund 20 Grabsteinen in der Bonner Innenstadt machte unsere Gruppe auf die südafrikanische HIV-Politik aufmerksam.
Auf den Grabsteien, waren Einzelfälle von HIV-Infizierten zu lesen. Zwei Beispiele:

„Eine Mutter versuchte ihre 15jährige Tochter, die vergewaltigt worden war, innerhalb von 48 Stunden in ein Krankenhaus zu bringen, sie fuhren mit einem öffentlichen Taxi über 2 Stunden zum Krankenhaus, um dann zu erfahren, dass dieses ab 16.00 Uhr geschlossen ist. Eine NGO-Mitarbeiterin machte Unsersuchungen und Test trotzdem mögich. Wegen der Entfernung und Fahrtkosten konnte sie die Ergebinisse nicht mehr erfahren.

„S.S:32 Jahre, von ihrem Ehemann vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt, in 7 der 11 Ehejahre körperlich misshandelt. Er wurde immer wieder auf Kaution freigelassen. Es gibt keine Schutzeinrichtungen für Opfer von Misshandlungen“

Viele Bonnerinnen und Bonner nahmen sich die Zeit, um die Schilder auf den Grabsteinen zu lesen und waren danach bereit, unsere Petitionen an die südafrikanische Regierung zu unterschreiben.

Insgesamt forderten so über 250 Bonner Bürger eine verbesserte HIV-Politik der südafrikanischen Regierung.

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