Beiträge mit dem Tag ‘geburtstag’

60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Mittwoch, 10.12.2008

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Mit diesem Satz beginnt der erste Artikel eines historisch einzigartigen Dokuments, das am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet wurde: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Erstmals wurden allen Menschen dieser Welt, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht dieselben Rechte zugesprochen, welche die Grundlage für ein humanes Leben sichern sollen. Diese Rechte, in 30 Artikeln zusammengefasst, enthalten neben elementaren Menschenrechten wie das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit auch Bürgerrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit und kulturelle Rechte wie Religions-, Gedanken- und Gewissensfreiheit. Sie bilden also die Grundlage aller Rechte und Privilegien, die für uns oft schon selbstverständlich sind, es aber damals, kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges, keinesfalls waren und auch heute viel zu oft nicht sind.

Nie zuvor in der Geschichte wurden Rechte so präzise, so universell und vor allem für so viele Nationen gemeinsam beschlossen und niedergeschrieben. Somit bietet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte also auch eine einzigartige Chance, Menschenrechte einzufordern und deren Verletzungen auf Grundlage der beschlossenen Rechte anzuprangern.

Auf eben dieser Basis arbeitet amnesty international, die weltweit größte Organisation, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt, nun schon seit 1961.

Am 10. Dezember 2008 war es also genau 60 Jahre her, dass die Menschenrechte verkündet wurden. Grund genug dieses Jubiläum zu feiern, Bilanz zu ziehen und vor allem auf bestehende Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

So veranstaltete die Bonner Jugendgruppe von amnesty international von 16-20 Uhr eine Aktion in der Bonner Innenstadt. Mit Kerzen wurde eine große 60 geformt, auf einer Leinwand wurden die einzelnen Menschenrechte gezeigt, ein großer Kuchen symbolisierte die Geburtstagsfeier. Darüber hinaus informierte eine Ausstellung über die Entwicklung der Menschenrechte von der Antike bis heute und über die Arbeit von amnesty international, ein kleines Quiz ermöglichte eine Selbsteinschätzung der eigenen Menschenrechtskenntnisse. Denn auch hierauf lag ein Augenmerk: Die Inhalte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu verbreiten und die Kenntnisse der Menschen zu erweitern. Nach einer Studie im Auftrag von amnesty international aus dem April 2008 können nämlich 42 % aller Deutschen kein einzelnes Menschenrecht konkret benennen. Rechte kann man aber nur dann einfordern, wenn man sie und ihre rechtlichen Grundlagen kennt.

Ergänzend veranstaltete die Jugendgruppe eine Verlosung zugunsten von amnesty international, bei der es gespendete Sachpreise z.B. von den Beatsteaks, Donots, Sportfreunde Stiller, Die Fantastischen 4, Konstantin Wecker, Michael Mittermeier uvm. zu gewinnen gab.

Von 18-19 Uhr schließlich wurde eine Mahnwache abgehalten, an der mit Unterstützung des Bonner und Koblenzer Bezirks rund 50 Menschen teilnahmen. Hierbei wurden auch immer wieder kurze Szenen von Menschenrechtsverletzungen schauspielerisch nachgestellt und anschließend die verletzten Rechte laut verkündet, um ihre Wichtigkeit und die unbedingte Pflicht zur Einhaltung dieser noch einmal zu unterstreichen.

Insgesamt also eine durchaus erfolgreiche Aktion bei der besonders die Verlosung eine beachtliche Summe zugunsten von ai einbrachte und bei welcher, exemplarisch für die Arbeit von amnesty, viele Unterschriften für Einzelschicksale zusammenkamen. Und ebenso wichtig: Dieser wichtige Tag wurde von den Menschen zur Kenntnis genommen, die Bedeutung und Wichtigkeit der Menschenrechte noch einmal unterstrichen und ins Gedächtnis gerufen. Denn Menschenrechte gehen alle an und sollten niemals in Vergessenheit geraten, solange sie täglich aufs Neue verletzt werden.

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