Infoabend !

16.05.2011

Ihr wolltet euch schon immer mal über Amnesty Informieren ? Wollt wissen was wir als Amnesty Gruppe so machen ? Kommt vorbei ! 18.05.2011 ! 20 Uhr ! Heerstraße 30 53111 Bonn !

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Aktion: Alle Jahre wieder gegen die Todesstrafe

06.12.2009

Weltweit gibt es noch 58 Staaten, die die Todesstrafe gesetzlich verankert und auch innerhalb der letzten zehn Jahre durchgeführt haben. Das sind 58 Staaten, die weder dem Recht auf Leben eines jeden Individuums, noch der Forderung einer von Rachegelüsten freien Rechtsstaatlichkeit, Gehör schenken. „Aug um Aug – und die ganze Welt wird blind sein“, sagte schon Mahatma Gandhi und schrieb sich durch sein Lebenswerk unwiderruflich in das Bewusstsein der Menschheit.

Die Jugendgruppe 1867 fand sich am 14.November 2009, in der Bonner Innenstadt nahe des Hauptbahnhofs ein, um die vor Jahren angeklungene Überlegung in die breitere Bonner Öffentlichkeit zu tragen.

Von 14 bis 18 Uhr informierte und diskutierte die Jugendgruppe an dem aufgebauten Stand über Todesstrafe, Amnesty International und andere Sachthemen. Sie sammelte Unterschriften gegen die Vollstreckung der Todesstrafe, stellte eine Stellwand auf, legte blickfangende Leichentücher aus und veranstaltete in Folge einige Flashmobs.

Unterschriften für Petitionen wurden in Anbetracht zweier Fälle gesammelt:

In Saudi-Arabien droht einem türkischen Staatsbürger die Enthauptung. Er habe sich durch Drogenhandel strafbar gemacht, lautet die Anklage. Das Gerichtsverfahren ist offensichtlich fehlerhaft verlaufen. Während des Prozesses wurde dem Angeklagten keinerlei Rechtshilfe zugestanden.Dolmetscher fehlten vollkommen, sodass ihm das selbst unterzeichnete Geständnis inhaltlich unklar war.

Im Iran droht nun einer Witwe die Steinigung; ihr Mann ist bereits hingerichtet worden. Der Anwalt von Kobra Babaei und Rahim Mohammadi, erklärt, das Ehepaar habe nach einer langen Zeit der Arbeitslosigkeit versucht, durch Prostitution seinen Lebensunterhalt sicherzustellen. Kobra Babaei und Rahim Mohammadi wurden daraufhin des „Ehebruchs“ schuldig befunden – ein „Vergehen“, das mit dem Tod durch Steinigung bestraft wird.

Mit der Forderung nach einem Aussetzung der Todesstrafe in den konkreten Fällen wird von amnesty international auch eine generelle Abschaffung der Todesstrafe angestrebt.

Die am Stand befestigte, bewusst makaber gestaltete Stellwand mit Namen aktuell inhaftierter Todeszelleninsassen und 2009 bereits hingerichteter Personen ( markiert durch ein Häkchen hinter dem Namen), ließ so manch einen Passanten beschämt zu Boden blicken.

Vor allem junge Bonner reagierten betreten. Auf einige ausgelegte und ausgestopfte Leichentücher blickend, sagte ein junges Mädchen erleichtert: „Ich dachte, das wären echte Tote“. Und doch erscheint genau diese Erleichterung als das wahre Problem. Die Tatsache, dass auf der Welt von Tag zu Tag Menschen per Gerichtsurteil das Leben genommen wird, bleibt schließlich auch ohne reale Leichen auf dem Gehweg bestehen.

Das Highlight der Aktion war jedoch der Flashmob, den die Gruppe zwei Mal durchführte. In wechselnder Zusammensetzung simulierten die Gruppenmitglieder eine Erschießungsszenerie. Laut gröhlten Wächter den Gefangenen Kommandos um die Ohren, setzten ihnen Waffenattrappen in den Nacken und „erschossen“ diese letztlich. Mitten in Bonn auf dem Münsterplatz lagen nun mit dem Gesicht gen Boden um die sechs Menschen- „Execution is not the solution“- u.ä. ließ sich auf der Gefallenen Rücken lesen. Gebannt blieben viele Bonner stehen; einige auch nicht nur aus Neugier, sondern aus Überzeugung.

Die Aktion tastete das Bewusstsein der Menschen an. Sie hat die Präsenz der Todesstrafe vor Augen geführt und bildete in Form der gesammelten Unterschriften einen kleinen aber wichtigen Beitrag zu einer Welt, in der Menschenleben weltweit Beachtung finden und der ehemalige Generalsekretär der UN und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan seine Frage als überholt betrachten kann: „Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder?“

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Aktionsberichte

06.12.2009

Hier findet Ihr Berichte und Pressemitteilungen zu einigen unserer Aktionen

Neu Tag gegen die Todesstrafe

Aktion zur Gesundheitsversorgung in Süd Afrika

60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Pressemitteilung zur Aktion „Gold für Menschenrechte“ [PDF]

Aktion gegen Polizeigewalt in Brasilien

Flohmarkt für die Menschenrechte

Menschenrechte am Ring (Amnesty @ Rock am Ring 2007)

EU – Union der Menschenrechte ?

Tag der Menschenrechte 2006

Internationaler Tag gegen die Todesstrafe 2006

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Duschen und Vitamine gegen AIDS?

17.03.2009

Aktion zur südafrikanischen HIV-Politik

Artikel 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert jedem Menschen das Recht auf Gesundheit und ärztliche Versorgung – zumindest theoretisch.
In Südafrika sind rund 20% der 15-49jährigen mit HIV infiziert – über fünf Millionen im ganzen Land. Damit hat Südafrika laut den Vereinten Nationen eine der höchsten HIV-Infektionsraten weltweit.
Gerade für Frauen ist das Risiko, sich mit dem HI-Virus anzustecken, besonders groß55% der HIV-Infizierten in Südafrika sind Frauen und ein Drittel aller Schwangeren in Südafrika leidet an der Immunschwächekrankheit.

Grundsätzlich ist AIDS-Prophylaxe in Südafrika kostenlos, doch gerade in ländlichen Gegenden mangelt es  an Krankenhäusern und Gesundheitszentren. In einem Land wie Südafrika, das mehr als dreimal so groß ist wie Deutschland, schließt dies die Versorgung von vielen Südafrikanern mit Medikamenten aus und kann so oftmals den sicheren Tod bedeuten.

Die beschriebene Situation in Südafrika ist eine, die sich für viele sehr weit weg anfühlen mag.
Doch für Südafrikaner ist sie Realität. Wird eine Frau vergewaltigt ist das schon Alptraum genug. Infiziert sie sich dabei auch noch mit HIV, kann das leicht ihr Todesurteil sein, wenn sie es sich nicht leisten kann zum nächsten Krankenhaus zu fahren.

Zudem propagierten hochrangige südafrikanische Politiker in der Vergangenheit immer wieder abstruse Mittel der AIDS-Bekämpfung.
Jacob Zuma, ehemaliger Vizepräsident und Vorsitzender der Partei „African National Congress“, soll sich nach eigenen Aussagen zu Folge nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer HIV-infizierten Frau geduscht haben, um eine Infektion zu verhindern.
Manto Tshabalala-Msimang, bis 2008 Gesundheitsministerin, gelangte zu dem zweifelhaften Spitznamen „Dr. Rote Beete“, weil sie der Meinung war, der HI-Virus sei mit vitaminhaltiger Ernährung in den Griff zu kriegen.

Mit einem Stand und rund 20 Grabsteinen in der Bonner Innenstadt machte unsere Gruppe auf die südafrikanische HIV-Politik aufmerksam.
Auf den Grabsteien, waren Einzelfälle von HIV-Infizierten zu lesen. Zwei Beispiele:

„Eine Mutter versuchte ihre 15jährige Tochter, die vergewaltigt worden war, innerhalb von 48 Stunden in ein Krankenhaus zu bringen, sie fuhren mit einem öffentlichen Taxi über 2 Stunden zum Krankenhaus, um dann zu erfahren, dass dieses ab 16.00 Uhr geschlossen ist. Eine NGO-Mitarbeiterin machte Unsersuchungen und Test trotzdem mögich. Wegen der Entfernung und Fahrtkosten konnte sie die Ergebinisse nicht mehr erfahren.

„S.S:32 Jahre, von ihrem Ehemann vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt, in 7 der 11 Ehejahre körperlich misshandelt. Er wurde immer wieder auf Kaution freigelassen. Es gibt keine Schutzeinrichtungen für Opfer von Misshandlungen“

Viele Bonnerinnen und Bonner nahmen sich die Zeit, um die Schilder auf den Grabsteinen zu lesen und waren danach bereit, unsere Petitionen an die südafrikanische Regierung zu unterschreiben.

Insgesamt forderten so über 250 Bonner Bürger eine verbesserte HIV-Politik der südafrikanischen Regierung.

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60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

10.12.2008

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Mit diesem Satz beginnt der erste Artikel eines historisch einzigartigen Dokuments, das am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet wurde: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.

Erstmals wurden allen Menschen dieser Welt, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht dieselben Rechte zugesprochen, welche die Grundlage für ein humanes Leben sichern sollen. Diese Rechte, in 30 Artikeln zusammengefasst, enthalten neben elementaren Menschenrechten wie das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit auch Bürgerrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit und kulturelle Rechte wie Religions-, Gedanken- und Gewissensfreiheit. Sie bilden also die Grundlage aller Rechte und Privilegien, die für uns oft schon selbstverständlich sind, es aber damals, kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges, keinesfalls waren und auch heute viel zu oft nicht sind.

Nie zuvor in der Geschichte wurden Rechte so präzise, so universell und vor allem für so viele Nationen gemeinsam beschlossen und niedergeschrieben. Somit bietet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte also auch eine einzigartige Chance, Menschenrechte einzufordern und deren Verletzungen auf Grundlage der beschlossenen Rechte anzuprangern.

Auf eben dieser Basis arbeitet amnesty international, die weltweit größte Organisation, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt, nun schon seit 1961.

Am 10. Dezember 2008 war es also genau 60 Jahre her, dass die Menschenrechte verkündet wurden. Grund genug dieses Jubiläum zu feiern, Bilanz zu ziehen und vor allem auf bestehende Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen.

So veranstaltete die Bonner Jugendgruppe von amnesty international von 16-20 Uhr eine Aktion in der Bonner Innenstadt. Mit Kerzen wurde eine große 60 geformt, auf einer Leinwand wurden die einzelnen Menschenrechte gezeigt, ein großer Kuchen symbolisierte die Geburtstagsfeier. Darüber hinaus informierte eine Ausstellung über die Entwicklung der Menschenrechte von der Antike bis heute und über die Arbeit von amnesty international, ein kleines Quiz ermöglichte eine Selbsteinschätzung der eigenen Menschenrechtskenntnisse. Denn auch hierauf lag ein Augenmerk: Die Inhalte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu verbreiten und die Kenntnisse der Menschen zu erweitern. Nach einer Studie im Auftrag von amnesty international aus dem April 2008 können nämlich 42 % aller Deutschen kein einzelnes Menschenrecht konkret benennen. Rechte kann man aber nur dann einfordern, wenn man sie und ihre rechtlichen Grundlagen kennt.

Ergänzend veranstaltete die Jugendgruppe eine Verlosung zugunsten von amnesty international, bei der es gespendete Sachpreise z.B. von den Beatsteaks, Donots, Sportfreunde Stiller, Die Fantastischen 4, Konstantin Wecker, Michael Mittermeier uvm. zu gewinnen gab.

Von 18-19 Uhr schließlich wurde eine Mahnwache abgehalten, an der mit Unterstützung des Bonner und Koblenzer Bezirks rund 50 Menschen teilnahmen. Hierbei wurden auch immer wieder kurze Szenen von Menschenrechtsverletzungen schauspielerisch nachgestellt und anschließend die verletzten Rechte laut verkündet, um ihre Wichtigkeit und die unbedingte Pflicht zur Einhaltung dieser noch einmal zu unterstreichen.

Insgesamt also eine durchaus erfolgreiche Aktion bei der besonders die Verlosung eine beachtliche Summe zugunsten von ai einbrachte und bei welcher, exemplarisch für die Arbeit von amnesty, viele Unterschriften für Einzelschicksale zusammenkamen. Und ebenso wichtig: Dieser wichtige Tag wurde von den Menschen zur Kenntnis genommen, die Bedeutung und Wichtigkeit der Menschenrechte noch einmal unterstrichen und ins Gedächtnis gerufen. Denn Menschenrechte gehen alle an und sollten niemals in Vergessenheit geraten, solange sie täglich aufs Neue verletzt werden.

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Bonner Jugendgruppe protestiert gegen Polizeigewalt in Brasilien

15.09.2007

„Wir sind gekommen um eure Seelen zu holen“. Mit diesem Satz beginnen viele Polizisten ihre
Razzien in den Favelas, den brasilianischen Armenvierteln. Unter dem Vorwand gegen
Drogenbanden und andere Kriminelle vorzugehen, dringen sie schwer bewaffnet, oft auch mit
gepanzerten Wagen, den sogenannten Caveirões, in die Favelas ein und schießen wahrlos um sich.
Die leidtragenden sind dabei nicht etwa die genannten Drogenbanden, sondern Unschuldige die
aufgrund ihrer verherenden Lage keine Möglichkeit haben, der Gewalt der Favelas zu entfliehen. So
werden Kinder beim Spielen auf der Straße erschossen, schlafende Menschen, deren notdürftig aus
Holz und Wellblech gebaute Hütten keinen ausreichenden Schutz gewähren können sterben im
Kugelhagel, oder einfach Menschen die sich zur falschen Zeit am falschen Ort befinden.
Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, veranstaltete die bonner Jugendgruppe am
15.09.2007 eine Aktion in der Innenstadt. Neben einem Informationsstand, an dem sich Passanten
über die Menschenrechtslage in Brasilien informieren konnten, wurde ein Modell einer Favela-
Hütte mit einem Erschossenen errichet, um so symbolisch die unverhältnissmäßige Gewalt der
brasilianischen Polizei zu verdeutlichen. Auf Petitionen konnten die Menschen zudem ihre
Unterschrift gegen Polizeigewalt, für eine Abschaffung der Caveirões und daraus resultierend für
die Einhaltung der Menschenrechte in Brasilien geben.
Schließlich trat noch eine Capoeira-Gruppe mit einem brasilianischem Kampftanz im Rahmen der
Aktion auf und zeigte durch den daraus entstehenden Kontrast, wie sehr sich die Realität von der
Illusion der stets fröhlich feiernden Brasilianer unterscheidet.
Insgesamt zeigten sich viele Passanten interessiert, sodass am Ende rund 500 gesammelte
Unterschriften die Aktion zu einem vollen Erfolg werden ließen.
Ein Themenabend zu Menschenrechtsverletzungen in Brasilien ergänzte am 20.09.2007 die Aktion.
Willi Döpp, langjähriges amnesty Mitglied und Brasilienexperte informierte über die Situation in
Brasilien und berichtete anhand von Bildern seine persönlichen Erfahrungen mit dem Land

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Flohmarkt für die Menschenrechte

17.06.2007

Der Flohmarkt in der Bonner Rheinaue ist einer der größten in Deutschland. Bis zu 2000 Anbieterbieten dort jeden dritten Samstag im Monat von Büchern und CDs, über Sammlerstücke bis hin zu Kuriositäten allerlei Waren an. Diese Chance, nicht mehr benötigte Dinge zu Geld zu machen und einem neuen Besitzer zuzuführen, wollten auch wir von der Bonner Jugendgruppe nutzen. So plünderten wir sowohl unsere eigenen Keller, als auch die von Freunden und Verwandten und bekamen auf diese Weise eine ganzen Reihe an Sachen zusammen, die wir am 19.05.07 auf dem Flohmarkt zugunsten von amnesty international verkauften.

Trotz nicht wirklich optimaler Wetterbedingungen und Schlafmangel (einige von uns hatten in der Rheinaue übernachtet, um einen guten Verkaufsplatz zu sichern), konnten wir zahlreiche Dinge loswerden, sodass die schließlich eingenommene Summe unsere Aktion zu einem vollen Erfolg werden ließ. Denn erfolgreiche Menschenrechtsarbeit ist nur mit einem entsprechenden Budget möglich.

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Menschenrechte am Ring 2007

06.06.2007

Zwischen dem 1. und 3. Juni 2007 war es wieder an der Zeit eine der größten Parties Deutschlands zu feiern: Rock am Ring am Nürburgring in der Eifel. Zehntausende pilgern jedes Jahr fast schon sektenhaft dorthin und zelebrieren dieses Festival in höchster Perfektion, inklusive unglaublichem Bierkonsum und vermutlich unschlagbarem Verschleiß an Dixi-Klos.

Erfolg, Erfolg!

Und auch dieses Jahr begab sich wieder eine sechsköpfige Delegation der Bonner amnesty Hochschul- und Jugendgruppe in diesen Hexenkessel, um dafür zu sorgen, dass während dieser drei Tage ein wenig von dem, was an grauen Hirnzellen übrig blieb, für das Unterschreiben von Petitionen unter Anderem für die Schließung von Guantánamo genutzt wurde. Jetzt stellt sich die Frage, ob Rock am Ring nicht vielleicht einer der Anlässe ist, der am wenigsten geeignet ist für Menschenrechtsarbeit, angesichts der beschriebenen Umstände. Anfangs zweifelte auch ich an unserem Erfolg, doch im Verlaufe der drei Tage wurde ich eines Besseren belehrt: für unsere Petitionen bekamen wir unglaublich viele Unterschriften und selbst für das Eilaktionennetzwerk sammelten wir über sieben Blätter voll mit E-Mail-Adressen neuer Abonnementen.
Mit einigem Schmunzeln ist zu berichten, dass der Buttonverkauf – vor allem der „Make Some Noise“-Buttons – sehr gut lief: dieser Artikel traf anscheinend genau den Merchandising-Geschmack der von uns liebevoll genannten „party people“. Finanziell gesehen hatten wir am Ende ein nicht zu verachtendes Plus zu verzeichnen, was auch und im Besonderen an unserer Verlosung lag.

Unterstützung von der Bühne

Schon im Vorfeld des Festivals hatten wir Bands gebeten uns signierte Sachen wie CDs, etc. zur Veranstaltung einer Verlosung zu geben. Leider war die Ausbeute relativ mager, jedoch umso erfreulicher: MIA. (Teilnahme bei Make Some Noise) steuerten signierte Alben und Maxi-CDs und zwei Drumfelle bei. Außerdem beehrten uns Mieze und Gunnar mit einem Besuch am Stand und verloren noch ein paar warme Worte für unser Engagement 🙂
Auch die – selbst dazu ernannte, meines Wissens bis heute von keiner seriösen Institution dazu gekürte – „Beste Band der Welt“ (Die Ärzte, Anm. d. Red.) überließen uns drei Hologramm-Wackelbilder, auf denen jeweils eines der Bandmitglieder zu sehen und die entsprechende Signatur draufgekritzelt war.
Nach weniger als 5 Minuten, die die Bilder am Stand hingen stand eigentlich fest, dass wir eine gesonderte Verlosung für das Bela B. Exemplar mit 10 Euro pro Los hätten machen müssen. Zumindest legte das die (vorwiegend weibliche) Nachfrage mehr als nahe.
Aber da wir ja auch für menschenwürdige Preise eintreten wollten – im Gegensatz zu sämtlichen einemilliardefünfhundertdreißigtausend Bierständen 🙁 – beließen wir es bei einheitlichen zwei Euro.
Und so kam es übrigens noch unverhoffter Weise dazu, dass auf Initiative der Überbringerin der DÄ-Sachen die Beatsteaks (in der Szene „Buletten“ genannt) spontan 5 signierte T-Shirts springen ließen (Danke dafür an Jenny!)
Am Sonntag pünktlich um 19:00 Uhr fand die Verlosung statt und es gab doch so manchen glücklichen Gewinner (Bilder in der Galerie) der dann stolz wie Oskar mit seinem schmucken Beatsteaks-T-Shirt davon stapfte und neidische Blicke auf sich zog.

„Amnesty? Wie langweilig! Lass ma’ weiter gehen“

Solche und ähnliche Sprüche konnten wir von einigen Passanten natürlich auch hören, doch dies war nur eine Minderheit von Leuten. Insgesamt ist das Ergebnis finanziell, unterschriftentechnisch sowie was das gute Feedback der Leute angeht wirklich beachtlich und hat mein Bild vom dauerbesoffenen Festivalpublikum ordentlich zurechtgerückt. Okay: vielleicht sind die richtigen Alkis schon auf dem Campingplatz versackt, aber was soll’s. So wild drauf, sie kennen zu lernen waren wir dann wohl doch nicht.
Ich will mich am Ende noch ausdrücklich dafür aussprechen, diese Aktion auch nächstes Jahr wieder zu veranstalten, dann jedoch vielleicht mit noch etwas mehr und kreativerem Merchandising der Ulmer Gruppe und mit humaneren Campingbedingungen. Das nächste Mal vielleicht lieber nicht direkt zwischen Center- und Alternastage – ohne Dusche, ohne Wasserhahn. Ansonsten wünsche ich schon jetzt der 2008er Truppe viel Erfolg und Spaß und wieder viele inspirierende wie motivierende Gespräche!

PS: 2008 dann jedoch etwas mehr Bier von zu Hause mitbringen, dafür halt weniger Klamotten. Es schafft halt nicht jeder ins VIP Zelt, wie gewisse Leute 🙂

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EU – Union der Menschenrechte?

18.04.2007

Aktion zur deutschen Ratspräsidentschaft

Seit Anfang dieses Jahres liegt die Ratspräsidentschaft der Eurpäischen Union bei der deutschen
Regierung. In dem offiziellen Programm „Deutschland gelingt gemeinsam“ aber sind Programme
zur Sicherung und Verbesserung der Menschenrechtslage, sowohl innerhalb der EU als auch
weltweit, nicht vorgesehen. Um Regierung und Öffentlichkeit von der Brisanz dieses Themas, auch
oder gerade in der EU, zu überzeugen, versucht amnesty international nun verstärkt durch diverse
Aktionen im Rahmen der Kampagne „Machen Sie es Menschen recht“ auf die herrschende
Menschenrechtsproblematik aufmerksam zu machen.
So veranstaltete auch die bonner Jugendgruppe am 17.03.2007 eine Aktion auf dem bonner
Münsterplatz mit dem Themenschwerpunkt „Menschenrechtsverletzungen in der EU als Folge des
Krieges gegen den Terror“.
Denn seit den Terroranschlägen vom 11. September hat es auch in Europa zahlreiche Verletzungen
der Menschenrechte gegeben. So wurde das bis dato uneingeschränkte Folterverbot gebrochen,
Asylsuchende ohne bewiesene Vorwürfe in Länder abegeschoben, in denen ihnen Verfolgung und
Folter droht, Terrorverdächtige bei sogenannte „renditions“ durch europäischen Luftraum geflogen
und anschließend in Foltergefängnisse gebracht . Rumänien und Polen wird sogar vorgeworfen,
ebensolche geheimen Foltergefängnisse zu beherbergen. Dazu haben viele europäische Regierungen
Gesetze erlassen, die die persönlichen Rechte von Verdächtigen stark einschränken. Auch
Deutschland kann sich von diesen Vorwürfen nicht frei machen: Deutschen
Geheimdienstmitarbeitern wird in Einzelfällen die Anwendung von Folter vorgeworfen, durch den
deutschen Luftraum, insbesondere über den Luftwaffenstützpunkt Rammstein gab es Folterflüge
und ein deutsches Gericht lies eine möglicherweise unter Folter erzwungene Aussage als
Beweismittel zu. Als wohl bekanntester Fall gilt das Versagen der deutschen Regierung im Fall
Murat Kurnaz.
Um für alle diese Tatbestände ein Bewusstsein zu schaffen veranstalteten wir neben dem
obligatorischen Informationsstand ein Straßentheater, in welchem wir durch symbolische
Darstellung von Folter auf das Leid der Opfer aufmerksam machten. Die teils erschrockene, teils
beschämte Reaktion der Passanten zeigte, wie unvorstellbar solche Szenen für die Menschen im so
oft als rechtssicher geltenden Europa doch sind.
Zudem gab eine große Europakarte einen Überblick, welche Länder in welcher Form in die
Menschenrechtsverletzungen im Krieg gegen den Terror involviert sind.
Neben dem Erregen von Aufmerksamkeit war auch diesmal das Sammeln von Unterschriften eines
unserer Hauptziele. Auf sogenannten „Merkelzetteln“ konnten Passanten die gegenwärtige
Ratspräsidentin Angela Merkel mit ihren Unterschriften auffordern, Folterflüge zu untersuchen und
zu stoppen, Abschiebungen in Folterstaaten zu unterbinden und eine schleichende Aushölung des
absoluten Folterverbots zu verhindern.
Die Aktion beendeten wir mit einer 45-minütigen Mahnwache, während der wir zur Verdeutlichung
der Folterpraktiken mit Papiertüten auf dem Kopf auf Schildern die Verbesserung der
Menschenrechtslage forderten und auf Einzelschicksale aufmersam machten.
Insgesamt stellte sich vor allem die Mahnwache durch viele Zuschauer als sehr erfolgreich heraus,
aber auch zuvor gelang es uns, das Interesse vieler Menschen zu wecken, sodass wir zum Ende rund
300 gesammelte Unterschriften verzeichnen konnten.

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Tag der Menschenrechte 2006

10.12.2006

Stille Nacht – Einsame Nacht

Anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10.12, der an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10.12.1948 durch die Vereinten Nationen erinnern soll, nahm auch die Bonner Jugendgruppe an der deutschlandweiten Aktion teil und war von 14-16 Uhr mit einem Informationsstand in der Bonner Innenstadt vertreten.
Themenschwerpunkt war dieses Jahr die Kampagne „ein Satz für …“, mit der amnesty international verstärkt versucht, auf Einzelschicksale aufmerksam zu machen.
So war es also unser Ziel, in Zweierteams (einer mit gefesselten Händen und einer mit verklebtem Mund) so viele Menschen wie möglich zu bewegen eine Postkarte für einen politischen Gefangenen zu unterschreiben und 1 Euro für die Portokosten zu spenden, damit wir die Karten anschließend an die entsprechende Regierung schicken konnten.

Inhaltlich ging es um die Journalisten Shi Tao aus China, Annakurbank Amanklitschew und Sapardurdi Chadschijew aus Turkmenistan und Juan Adolfo Fernández Saínz aus Kuba, die aufgrund regierungskritischer Äußerungen zu 10, bzw. zu 7 und 15 Jahren Haft verurteilt wurden. Alle drei Journalisten sind daher gewaltlose politische Gefangene und ihre Verhaftung verstößt gegen die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Dazu kommt, dass sie im Gefängnis teilweise Folter und Misshandlungen ausgesetzt sind und keine angemessene medizinische Versorgung erhalten, d.h. dass sie unter Haftbedingungen leben, die weit von internationalen Standards entfernt sind.

Um auf diese Tatsache aufmerksam zu machen, stellten wir neben unserem Informationsstand einen mit Weihnachtsschmuck behangenen Käfig auf (in dem eines unserer Mitglieder tapfer 2 Stunden aushielt), der symbolisierte, wie politische Gefangene Weihnachten verbringen.
Den Abschluss unserer Aktion bildete eine halbstündige Mahnwache, während der wir mit zugeklebten Mündern eine Menschenkette bildeten und auf Schildern die Freilassung des chinesischen Journalisten Shi Tao forderten.
Insgesamt war die Aktion überaus erfolgreich, da viele Leute ernsthaftes Interesse zeigten und es uns somit gelang neben einigen Spenden rund 100 Postkarten samt 1€ Porto einzusammeln. Nun hoffen wir, dass die Postkarten ihre Wirkung zeigen und die politischen Gefangenen bald wieder frei sind.

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